Peter Gehlmann

Hashimoto und die Diagnose

Aufklärungsserie Hashimoto Teil 3

Damit Du eine aussagekräftige Diagnose erhältst, gilt es in erster Linie einen Arzt (Endokrinologen) zu finden, der sich mit Schilddrüsenerkrankungen auskennt und diese Schilddrüsendiagnostik nicht nur auf den TSH-Wert beschränkt.

Erfahrungsgemäß haben die wenigsten Ärzte weitreichende Kenntnisse im Bezug auf die Schilddrüse, geschweige denn auf die Hashimoto-Thyreoiditis. Für eine Diagnose der Hashimoto Thyreoiditis ist es wichtig, die Konzentration von verschiedenen Hormonen (TSH, freies T3 und freies T4) im Blut zu kontrollieren.

Ein Großteil Ärzte kontrolliert nur den TSH-Wert, weil sie der Meinung sind, das dieser ausreicht um eine Unter- oder Überfunktion auszuschließen oder zu bestätigen.

Ein Trugschluss und in solch einem Fall, solltest Du Dich nach einem anderen Arzt umschauen.

Aussagekräftig ist das Gesamtbild bzw. das Verhältnis zwischen TSH, fT3 und fT4, sowie die Höhe der Antikörper Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK), Thyreoglobulin-Antikörper (TAK) sowie Mikrosomale Antikörper (MAK).

 

Zusätzlich sollte der Arzt die Schilddrüse abtasten, um eine eventuelle Vergrößerung im Vorhinein zu erkennen. Außerdem ist es empfehlenswert die Schilddrüse auch mittels Ultraschall auf Größe, Form und Zustand des Gewebes zu untersuchen.

 

Nur wenn diese Faktoren geklärt sind, ist eine Diagnose im Bezug auf Hashimoto möglich.

Falls Dein Arzt sich nicht mit dieser Autoimmunkrankheit auskennt oder zu wenig Interesse und Zeit hat, solltest Du dringend den Arzt wechseln.

Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels und der begleitenden Magen-Darm-Probleme, die eine Hashimoto-Thyreoiditis mit sich bringt, entstehen oftmals auch massive Nährstoffmangel, die auch untersucht und behandelt werden sollten.

 

Doch dazu kommen wir im Verlauf der Aufklärungsserie Hashimoto

 

Wichtige Laborwerte bei der Blutabnahme

 

  • fT3 (freies Trijodthyronin) T3 oder auch Trijodthyronin, wird von der Schilddrüse produziert und ist das wirksamste und stoffwechselaktivste Hormon der Schilddrüse. Triiodthyronin setzt sich zusammen aus gebundenem T3 und freiem fT3.
  • fT4 (freies Levothyroxin) Auch T4 wird von der Schilddrüse produziert und setzt sich zusammen aus einem gebundenem Teil (T4) und einem freien, stoffwechselaktiven Anteil (fT4).
  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) TSH wird von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert und regelt die Ausschüttung der vom Körper benötigten Mengen von T3 und T4.
  • TPO-AK (Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper) und MAK (Mikrosomale Antikörper) TPO-AK und MAK sind Antikörper, die die Schilddrüseninnenwand, die sog. Thyreoperoxidase, angreifen und zerstören.
  • TAK (Thyreoglobulin-Antikörper) oder TG-AK Thyreoglobulin ist ein Protein der Schilddrüse. Es ist an der Schilddrüsenhormonsynthese von Thyroxin und Triiodthyronin beteiligt. Auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse weisen erhöhte Antikörper gegen das Thyreoglobulin hin.
  • TRAK (TSH-Rezeptor-Autoantikörper) TSH Rezeptor Autoantikörper greifen die TSH-Rezeptoren an und rufen dort eine unkontrollierte Stimulation dieser Rezeptoren und somit auch deiner Schilddrüse hervor. TRAK sind außerdem für die klinischen Symptome des Morbus Basedow verantwortlich.

Diese Blutwerte solltest Du in jedem Fall im Blut untersuchen und bestimmen lassen, um die Hashimoto Thyreoiditis zweifelsfrei diagnostizieren zu können. 

 

Du findest alle zu untersuchenden Werte hier in diesem PDF Dokument – einfach ausdrucken und zum nächsten Arztbesuch mitnehmen… >> Blutwerte <<

 

Eine alleinige Untersuchung des TSH-Wertes reicht definitiv nicht aus, um eine Diagnose stellen zu können!

 

Hashimoto diagnostizieren mit Hilfe einer Sonographie

 

Eine Sonographie deiner Schilddrüse (Ultraschalluntersuchung) macht es möglich die Schilddrüse bildlich darzustellen, sie ist ungefährlich und ist total schmerzfrei durchführbar. So lässt sich schnell und zuverlässig die Struktur und Größe deiner Schilddrüse feststellen.

Auch eine Veränderung deiner Schilddrüse über einen längeren Zeitraum lässt sich auf diese Weise sehr gut feststellen und beobachten.

 

Eine gesunde Schilddrüse wird bei der Sonographie hell (also echoreich) dargestellt. Die umliegende Muskulatur sowie Knoten und Zysten werden eher dunkel (echoarm) angezeigt.

Bei einer Hashimoto-Schilddrüse stellt sich das Ganze in der Regel auch echoarm dar. Das gleiche gilt auch für eine Erkrankung der Schilddrüse mit Morbus Basedow.

 

Leider ist es mittels Ultraschall nicht möglich, zwischen hormonproduzierenden heißen oder nicht- hormonproduzierenden kalten Knoten zu unterschieden. Das ist jedoch mit Hilfe der Szintigraphie möglich.

 

Szintigraphie: Eine visuelle Darstellung von Knoten und Funktionszustand der Schilddrüse

 

Bei einer Szintigraphie wird der Funktionszustand der Schilddrüse bildlich dargestellt. Dies wird mit Hilfe einer geringen Menge an radioaktiven Nukliden erreicht.

In der Regel spritzt man dafür Technetium in die Blutbahn des Patienten, um die Aktivität des vorhandenen Schilddrüsengewebes beurteilen zu können.

 

Diese Untersuchung ist absolut schmerzfrei und dauert in der Regel zwischen 15-30 Minuten.

Weitere Hinweise auf Diagnosemöglichkeiten folgen im Verlauf der Aufklärungsserie Hashimoto

 

Wichtige Tipps zum Arztbesuch

 

  • Notiere Dir vor dem Arztbesuch alle Fragen, die Du deinem Arzt stellen möchtest. So vergisst Du nichts und musst nicht nochmal einen neuen Termin ausmachen.
  • Bestehe darauf, dass neben dem TSH auch die freien Werte, das fT3 und fT4 und sämtliche Antikörper bestimmt werden. Nur so ist eine Hashimoto Diagnose bzw. der Ausschluss einer Unterfunktion möglich. Falls dein Arzt das nicht tun möchte, weil er der Meinung ist, der TSH Wert reicht aus, dann suche Dir am besten sofort einen anderen Arzt.
  • Lass Dir immer Kopien der bestimmten Blutwerte mitgeben und sammle diese und hefte sie sorgsam ab. Notiere Dir auf diesen Kopien kleine Notizen zu deinem aktuellen Befinden. So kannst Du auch nach vielen Monaten immer noch gut überschauen, wie die Blutwerte und Dein Befinden zusammenhängen.
  • Falls Du bereits Schilddrüsenhormone nimmst, solltest Du diese erst NACH jeder Blutabnahme einnehmen. Das heisst OHNE Hormoneinnahme zur Blutabnahme.

Nimmst Du die Hormone morgens vor der Blutabnahme, werden deine Blutwerte nach oben hin verfälscht und sind nicht mehr aussagekräftig.