Peter Gehlmann

Hashimoto – die Diagnose

Aufklärungsserie Hashimoto Teil 3

Eine eindeutige Diagnose von Hashimoto-Thyreoiditis überfordert immer noch die meisten Ärzte. Um eine aussagekräftige Diagnose zu erhalten, gilt es in erster Linie einen Arzt zu finden, der sich mit der Schilddrüsenerkrankung auch auskennt und die Schilddrüsendiagnostik hier nicht nur auf den TSH-Wert beschränkt.

Was der TSH-Wert ist, was es noch für Werte gibt, die Dein Hausarzt messen lassen kann, das erfährst Du in diesem Artikel. 

In diesem Beitrag geht es um Hashimoto – die Diagnose. Auf folgende Fragen werde ich u.a. eingehen:

  • Wer kann die Diagnose stellen?
  • Wie kann die Diagnose gestellt werden?
  • Was sollte ich meinem Arzt mit an die Hand geben um ihn in die richtige Richtung zu lenken bzw. um ihm auch alle Möglichkeiten offen darzulegen.

Nicht jeder Arzt kommt bei Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Gewichtszunahme sofort auf Hashimoto. Da greift man dann eher in die Schublade Depression, verschreibt Antidepressiva und alles wird gut.

Genauso ist es bei Muskel- und Gelenkschmerzen, da vermutet man auch eher, dass es einen körperlichen Hintergrund hat.

Wenn du vermutest, dass der Hashimoto bei dir am werkeln ist, dass der kleine Japaner in dir und mit dir arbeitet, dann ist es wichtig, dass du dem Arzt ein paar Tipps gibst und ihn darum bittest, bestimmte Blutwerte abzunehmen.

 

Diagnose mit Hilfe der Blutwerte

 

Und zwar wären da folgende Blutwerte abzunehmen: 

  1. Der Lieblingsblutwert der Ärzte: der TSH-Wert. Das ist das Thyreoidea-stimulierende Hormon, das ganz klar sagt und aufzeigt, wie weit alles stimuliert wird, wie die Schilddrüse aktiv ist bzw. aktiviert wird. Anhand dieses Wertes lesen die Ärzte eigentlich schon ab, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Das ist für Ärzte ausschlaggebend genug. Für dich mag es nicht immer so sein, denn wenn der Wert zum Beispiel im Normbereich ist (das heißt im Normbereich des Labors, die haben hier eine Range von X bis Y) dann ist für deinen Arzt alles gut. Wenn du dich aber darüber hinaus trotzdem weiterhin schlecht fühlst dann kommt man schnell in die Schublade, man würde nur so tun, sich das einbilden oder man solle weniger essen, mehr Sport machen.
  2. Von daher ist es wichtig auch auf die Hormone T3 und T4 testen zu lassen. Das eine ist T4 (Tetrajodthyronin) und das andere ist T3 (Trijodthyronin) das hier im Blutbild ganz klar dargestellt werden muss, damit man eine klare Aussage treffen kann.
  3. Dazu, das nehmen schon wieder die wenigsten Ärzte ab, fT3 und fT4, das freie T3 und das freie T4. Das hilft, dass man ganz genau ins Detail gehen kann.
  4. Jetzt kommen noch ein paar Antikörper, und zwar der TPO-AK und TPO-MAK Antikörper, der hier getestet und nachgewiesen werden kann und soll. Die sind ganz klar dazu da, um nachzuweisen ob an der Schilddrüse oder der Schilddrüseninnenwand zum Beispiel Entzündungen sind, die durch diese Antikörper dargestellt werden. Dann haben wir noch den sogenannten TAK-Wert, der hier als Protein der Schilddrüse zeigt, dass die Schilddrüsenhormonsynthese aktiv ist. Daraufhin kann man erhöhte Antikörper dieses Proteins (Thyreoglobulin) feststellen. Diese Thyreoglobulin-Antikörper zeigen, dass hier eine Entzündung im Gange ist. Dazu kommt noch, man könnte es auch Tick, Trick und Track nennen, das wäre wahrscheinlich einfacher zu merken, der TRAK-Wert. Das ist also ein Wert, der den TSH Rezeptor angreift und dort eine unkontrollierte Stimulation vornimmt, so dass also auch hier häufig mit diesen Werten dargestellt werden kann, dass da was nicht stimmt.

Kostenloser Download mit Tipps zu Hashimoto – die Diagnose

Eine Übersicht zum Ausdrucken findest du im Bereich Kostenlose Downloads in der Hashimoto Akademie

Dein Arzt, ob Hausarzt oder ein anderer behandelnder Arzt, kann auch im Vorfeld schon einmal die Schilddrüse abtasten und feststellen, ob sie angeschwollen ist oder vergrößert ist, bevor er Blut abnimmt bzw. zusätzlich zum Blut abnehmen.

 

Weitere Diagnosemöglichkeiten

 

Des Weiteren kann man auch noch mit einer Sonographie – so wurde das damals auch bei mir festgestellt – also mit Ultraschall feststellen, ob die Schilddrüse verkleinert oder vergrößert ist und ob die Bereiche der Schilddrüse hell oder dunkel sind. Das kann aber der Fachmann genau erkennen.

Und wenn das immer noch nicht aussagekräftig genug ist bzw der Arzt sich immer noch nicht sicher genug ist oder ob auf dem Ultraschall weiterhin Unklarheiten sind, dann kann man noch seine sogenannte Szintigraphie machen. Hier wird mit Nuklearmedizin gearbeitet, also der Funktionszustand der Schilddrüse bildlich dargestellt.

 

Hashimoto - die Diagnose - Hashimoto-Mentor Peter Gehlmann

Tipps für deinen Arztbesuch

Ich habe nun noch ein paar Tipps, wenn du denn zum Arzt gehst, so dass du da auch gewappnet bist. Schreib dir zuerst alle Fragen auf, die du zum Thema Hashimoto hast. Aber auch zu deinem aktuellen Gesundheitszustand!

Stell die Fragen, die dir wirklich auf der Seele brennen. Und nimm dir einen Zettel mit. Ansonsten sitzt du beim Arzt, bist total aufgeregt, bekommst die Diagnose Hashimoto um die Ohren gehauen, weißt erstmal nicht, was los ist. Du bist genauso überfordert wie wahrscheinlich auch dein Arzt, du weißt nicht was los ist.

Nimm also den Zettel mit und frag ihn. Sollte dein Arzt nicht TSH, T3, T4, fT3 und fT4 testen lassen, dann sag ihm das ganz klar, dass du das wünschst. Wenn er das nicht macht, wechsel u.U. den Arzt. Die anderen Werte, TAK, TRAK, TPO-AK und MAK sind Werte, die das Gesamtbild abrunden. Da ist es nicht häufig so, dass die Ärzte, vor allem die Hausärzte das von sich aus machen.

 

Nachdruck aber auch Verständnis wichtig!

Beim Arztbesuch solltest du wirklich mit Nachdruck herangehen und die Ärzte ein bisschen mit liebevoller Konsequenz hinbewegen, dass du das auch haben möchtest. Viele verstehen das auch nicht so richtig, denn stell dir vor, in deinem Spezialgebiet kommt jemand und sagt dir, wie du eine Arbeit zu machen hast oder was er von dir wünscht, wie er das haben will. Da würdest du dir auch denken “oh, was ist denn hier los?”, also hab bitte auch ein bisschen Verständnis für die Ärzte.

Aber sei beharrlich und bestehe darauf, dass die Werte getestet werden. Ansonsten steht es dir natürlich auch frei, dass du den Arzt generell oder eben für diesen speziellen Test wechselst. Lass dir von deinen Blutwerten immer Kopien mitgeben und führe so ein kleines Blutwerte-Tagebuch, damit du nachvollziehen kannst, was hatte ich für Werte, wie ging es mir zu der Zeit. Ging es mir zur nächsten Messung besser oder schlechter? Was habe ich anders gemacht?

So kannst du dann immer den Zustand, den du gerade in der Phase hast, festhalten auf den Werten und dann für dich feststellen, was du für dich verändert hast. Wenn du denn schon Hormone nehmen solltest, von L-Thyroxin bis hin zu natürlichen Hormonen, dann nimm bitte am Tag des Bluttests keine Tablette. Das verfälscht den Wert. Sehr oft lese ich in Facebook Gruppen, dass die Leute unsicher sind, ob sie die Hormone nehmen sollen oder nicht, vor allem weil man sie ja nüchtern nehmen soll und man bis zum Arztbesuch vielleicht schon was gegessen hat.

 

Einnahme am Tag der Blutentnahme

Lass es an dem Tag weg. Du hast einen ausreichenden Hormonspiegel. Wenn du die Tablette an diesem einen Tag nicht nimmst, fällt das wirklich nicht ins Gewicht. Wenn du wirklich unsicher bist, dann nimm sie eben danach. Dann wird zwar nicht mehr viel davon im Körper aufgenommen, weil man sie ja morgens nüchtern nehmen soll, damit auch wirklich alles davon an den Rezeptoren landet, wo es hinsoll, aber wenn du wirklich unsicher bist, dann nimm sie nach dem Arztbesuch. Das ist meiner Meinung nach absolut in Ordnung. So kannst du dann auch beruhigt den Tag genießen. 

Für uns Hashimoto-Patienten ist es einfach wichtig, sich auch einfach eine Auszeit zu nehmen und das alles in Ruhe anzugehen. Sehr wichtig ist mir auch: nimm den Japaner an, leb mit ihm, hör auf gegen ihn zu kämpfen. Als Autoimmunkrankheit ist Hashimoto sowieso dabei, bekämpft zu werden vom Körper, wenn man denn in die Theorie geht, dass der Körper die Schilddrüse abstößt. Du weißt vielleicht, dass es noch andere Theorien gibt, dass der Epstein-Barr-Virus seine Finger im Spiel haben kann. Da werden wir mal schauen, was die Medizin in den nächsten Jahren für uns tun kann.

 

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